Dienstag, 27. Mai 2014

Zweiter Bruch

Und wieder sitzt mir ständig diese Angst im Nacken, „dass ich dich verlieren könnte, dass ich ohne dich leben müsste und nicht mehr glücklich werden könnte.“ Aber diesmal war sie anders. Es ging nicht um eine unerfüllte Vorstellung um einen unerfüllten Wunsch. Es ging um dich. Dich und nur dich. Meine Nummer eins in jeder Hinsicht. Ich sah es nicht ein warum ich dich gehen lassen sollte. Warum ich ohne dich sein sollte. Ich konnte nicht verstehen, dass du nicht wenigstens um uns kämpfen würdest. Ich wollte kämpfen. Bis zum bitteren Ende. „Du verlierst mich doch nicht, nur weil du ne Zeit lang ins Ausland willst!“ hatte ich zu dir gesagt, als ich noch nicht wusste worauf du eigentlich hinauswolltest. „Und was wenn anders rum?“ Zweiter Bruch! Deine Worte klangen nicht wie ein Schlag ins Gesicht eher wie ein Stich. Ein Messerstich oder ein Degenstich direkt in mein Herz. Direkt in das Organ, dem ich bei dir so gerne lauschte. Das was nur für dich schlägt. Das was besonders schnell schlägt wenn meine Augen dich erblicken. Das was jetzt so unglaublich weh tut. Wir reden zwar nur von Eventualitäten, aber einen wahren Kern haben sie. Es ist nicht klar was mit uns wird. „Was machen wir jetzt?“ Ich hab dich feindselig angefaucht. Den Abstand zu dir gesucht. Geweint. Du hast mich an dich gezogen. Mich ganz fest in deine Arme genommen. Deine linke Hand hielt meinen Nacken, deine rechte umschloss meine Hüfte. „Ich weiß es nicht“ hast du gesagt. Das vielleicht letzte was ich hören wollte. Du bist doch mein Fels. Wenn ich verzweifelt bin hast du doch immer eine Lösung. Ich vergieße noch ein paar Tränen. Ich spüre, dass du mit der Situation überfordert bist. Aber ich kann dir nicht helfen. Du kümmerst dich um mich. Ich kümmer mich um dich. So ging es bisher. Aber hier wissen wir uns beide nicht mehr zu helfen. Es ist still und diese Stille zerreißt mich. Es kann doch nicht sein, dass das mit uns so enden muss. Wie haben wir das verdient? Jetzt liegst du neben mir und schläfst ganz ruhig. Gestern Abend oder Nacht, das weiß ich nicht mehr, hast du mich gefragt ob du bleiben sollst. „Ja, bitte!“ hab ich in dein Ohr gefleht. „Willst du denn lieber nach Hause?“ hab ich dann in einem Anflug von Unsicherheit gefragt. „Nein!“ das wohl entschlossenste was ich bisher von dir gehört hab. Du hattest Angst, dass ich dich rausschmeißen könnte. Du wolltest es nicht ansprechen. Seit einiger Zeit geht dir das schon durch den Kopf und du hast dich nicht getraut es mir zu sagen. Aber wir können ja über alles reden waren wir uns einig. Wir waren uns in vielen Dingen einig, und wenn das mal nicht so war war das auch nicht so schlimm. Wir wussten viel. Wir wussten quasi alles. Und alles war geklärt. Alles hatte einen guten Grund und ergab Sinn. Jetzt tut es das nicht mehr. Wir wissen nichts mehr. Nichts ist geklärt. Und gute Gründe und Sinn gibt es nicht mehr.

Sonntag, 25. Mai 2014

"zum Wohlfühlen" hast du gesagt

ich hasse dich dafür, dass ich von dir abhängig bin,
ich hasse, dass du solche Macht über mich besitzt,
ich hasse es, wie wichtig du mir bist, 
ich hasse, wie sehr du mich beeinflusst,
ich hasse dich dafür, dass du mich nicht verstehst,
ich hasse dich dafür, 
ich hasse, dass du so schön bist, 
dass es mich überwältigt bei dir zu sein,
ich hasse, wie schön ich dein Lachen finde,
ich hasse dich dafür, wie niedlich ich dich finde wenn du schläfst
ich hasse deine warmen braunen Augen, deine weiche Haut, deine schönen Hände, die ich so gerne festhalte,
ich hasse dich dafür, dass du mich schwach machst,
ich hasse, dass ich dich so brauche und nicht ohne dich kann und will, 
ich hasse, dass du das alles nicht weißt,
aber am meisten hasse ich mich dafür, dass ich dich so sehr liebe.

sing at the top of your voice






Samstag, 17. Mai 2014

time is ticking

einsteigen 
sitze am Gang, nette Frau neben mir
Känguru hören
nicht abschalten können
fliegen blöd finden
probieren zu schlafen
funktioniert nicht
west end Frau neben mir mit flugangst
aussteigen
fühle mich so kosmopolitisch und erwachsen 
hamburg ist doch ein stück zu hause
s-bahn
helfe am schalter süßen ausländern das richtige ticket zu finden
bin ja so ach wichtig
s-bahn
armer hund der ansgt vor Zügen hat
tete und christoph in der Innenstadt treffen
tete hat die haare kurz
und es mir nicht gesagt 
die ganze zeit über nicht
franzbrötchen
verplantes Rumgelaufe
feuerschiff nichts mehr frei
hafencity bistro paris hat zu aber strandkorb
umpacken
süßigkeiten  futtern
zum bahnhof hetzen
chips kaufen und red bull für christoph
zum Zug rennen
über Bildung und sex reden 
zug fahren
umsteigen asiatische nudeln und Bier
aufm Bahnsteig aufm boden sitzen
zug 
sexgerede
komische Türken
osna
kein bus also laufen
zwischen durch angepöbelt werden
dachte echt er würde uns jetzt eine runter hauen
zieht ab
weiter laufen 
über sex und Gefühle reden
irgendwann bei mir ankommen
umarmen verabschieden lieb haben
„time is ticking“

Dienstag, 6. Mai 2014

Gehirnkotze

Während die Luft draußen nach Gefahr schmeckt, suhle ich mich lieber wieder in meinem Selbstmitleid. Vergessen ist so leicht, sagte Klüsen oder Cluedo?
Panik steht mir nicht, die Trauer in meinen Augen gefällt mir da schon eher, so als sei die Trauer meine Farbe.
Anderen steht freiheitsblau oder hoffnungsgrün, mir steht die Traurigkeit, finde ich zumindest, als ich meine Faust in den Spiegel ramme und ich mein Gesicht in Scherben zerbrechen sehe.
Das wirre durcheinander meiner Gedanken besteht aus tausend Gedankensträngen, die wie in dem Strickzeug einer Oma unentwirrbar scheinen und auf mich wie ein einziger Klangteppich aus verschiedensten, fremden wie bekannten Stimmen wirkt. Sie reden auf mich ein in jeder Situation,  Lebenslage & Gemütslage und verstummen nur sehr selten. Die Aura des Bösen scheint wie eine streunende Katze durch meine Wohnung zu flitzen, die sich mir nie zeigt, mich aber trotzdem nicht alleine lässt.
Wo der Ausgang ist habe ich bereits vergessen!
Wenn dies nun also mein Leben ist bleibt offen was der Sinn des Ganzen ist.

Der Rauch meiner x-ten Zigarette verflüchtigt sich in die blutgetränkte Luft und lässt mich hier alleine sitzen in den Scherben von Gestern Heute Zukunft.
Geräusche dringen an mein Ohr schaffen es aber nicht die Reaktionsgrenze meines Gehirns zu überschreiten und bleiben somit wirkungslos.
Die Trivialität der Dinge könnte einen fast zum Lachen bringen, wenn man nicht verlernt hätte zu lachen und lediglich das Weinen wie andere das atmen pflegen zu tun wissen, aushält.